Was ist Selfcare für mich? Schreiben. Räuchern. Natur. Entdecke kleine Rituale für den Alltag und halte einen Moment lang die Zeit an.
Dienstag morgens. Die To-Do-Liste ist wieder mal länger als vorige Woche. Mehrere Tabs sind gleichzeitig offen, am Laptop und im Gehirn. Erledigen. Weitermachen. Effektiv sein. Das Leben rast. Vor allem im Job. Ich glaube, das kennen alle von uns. Und manchmal wünschen wir uns einfach nur die Zeit anzuhalten. Diesem Wunsch nachzugehen, bedeutet für mich Selfcare oder Selbstfürsorge. Wenn es wieder einmal zu stressig wird, nehme ich mich raus. Wortwörtlich. Ich gehe raus. Mit Papier und Stift. Mit Blumensamen und Gartenschere. Mit Heu und Blättern für die Zwergziegen. Selfcare ist das Hören auf sich selbst. Das Wahrnehmen der eigenen Intuition. Das Wahrnehmen der eigenen Gefühle. Das Wahrnehmen der Welt rund um uns herum.
Inhalt
Das Gedankenkarussell stoppen mit dem Stift in der Hand
Ist mein Kopf zu voll, greife ich zum Stift. Nicht um perfekte Sätze zu schreiben. Nicht um ein Tagebuch zu führen, das ich in zwanzig Jahren vielleicht einmal lese. Sondern einfach, um den Gedanken Raum zu geben, sie festzuhalten oder sie loszulassen.
Schreiben ist für mich eine der kraftvollsten Formen der Selbstfürsorge. Es braucht keine Ausrüstung, keine App, keinen perfekten Moment. Nur Papier, Stift und den Mut, ehrlich zu sein. Manchmal entstehen dabei Sätze, die mich überraschen. Manchmal ist es nur Wirrwarr. Beides ist gut. Die Gedanken sind raus und nicht mehr im Kopf.
Das höre ich immer wieder von Frauen, die zu meinen Soul Writing Workshops kommen: „Ich wusste gar nicht, was in mir drin steckt, bis ich anfange zu schreiben.“ Genau das. Schreiben ist keine Technik. Es ist ein Weg zu dir selbst. Vollkommen egal, was du mit dem Text macht.
Letztens in meiner Ikigai Online-Schreibwerkstatt war ich selbst überrascht, wie viel meine Teilnehmerinnen in kürzester Zeit über sich selbst erfahren haben und wie viel sie für sich selbst mitgenommen haben.
Wenn du das auch kennst und schreiben als Selfcare-Ritual entdecken möchtest, habe ich kostenlose Schreibimpulse für dich zusammengestellt.
Der Wald als Heimat
Ich wohne am Wörthersee, mit Wald direkt vor der Haustür. Und trotzdem muss ich mich manchmal bewusst erinnern: Geh raus. Wirklich rausgehen. Nicht als Sport. Nicht um sich um die Kräuter oder den Garten zu kümmern. Nicht um etwas zu erreichen.
Wenn ich durch unseren Wald gehe und einfach nur gehe, verändert sich etwas in mir. Der Atem wird tiefer. Die Schultern sinken. Der Lärm im Kopf wird leiser. Der Wald fragt mich nicht, ob ich produktiv bin. Er nimmt mich wahr, wie ich bin.
Bäume. Erde. Stille. Manchmal der Ruf eines Vogels, das Rascheln von Laub. Der Duft von Moos. Diese Momente machen demütig und dann bin ich wieder ganz bei mir. Wenn du mehr darüber lesen möchtest, wie der Wald auf uns wirkt: 4 Wege, wie du den Wald für dein Wohlbefinden nutzen kannst.
Räuchern: Wenn der Alltag nach Harz und Kräutern duftet
Es gibt ein kleines Ritual, das ich nicht mehr missen möchte: Räuchern mit dem Stövchen.
Rosmarin getrocknet aus dem Garten, vielleicht etwas Fichtennadel oder Schafgarbe. Und dann: Der Raum verändert sich. Die Luft verändert sich. Ich verändere mich.
Räuchern ist für mich kein esoterischer Akt. Es ist ein uralter, bodenständiger Brauch, tief verwurzelt in den Alpenländern. Die Bäuerinnen früher haben geräuchert, um zu segnen, um Schutz zu bitten, um Übergänge zu markieren. Diese Verbindung zur Tradition, zur Erde, zu dem, was schon lange vor uns war. Ich kenne das von meiner Oma und liebs.
Alles Wichtige rund ums Räuchern habe ich in einem großen Guide zusammengefasst: Räuchern lernen – von Tradition bis moderne Praxis. Und wenn du es lieber gemeinsam und mit allen Sinnen erleben möchtest, komm in einen meiner Räucherworkshops. Wir räuchern mit Kräutern direkt von unserem Hof, und danach riechst du die Welt vielleicht anders.
Kleine Rituale geben Halt
Was mich durch schwierige Zeiten trägt, sind keine großen Auszeiten. Es sind die kleinen, wiederkehrenden Momente der Selbstfürsorge oder Selfcare.
Die Runde durch den Garten, bei der ich schaue, was gerade blüht, was sprießt, was sich verändert hat. Das Räucherstövchen abends. Das Schreibheft, das auf mich wartet. Diese Rituale sagen meinem Körper und meiner Seele: Du bist sicher. Du bist hier. Es ist genug.
Kräuter spielen dabei eine wichtige Rolle. Nicht weil ich ihnen magische Kräfte zuspreche, sondern weil sie mich erden. Wenn ich Lavendel schneide und der Duft aufsteigt, bin ich vollständig im Moment. Wenn ich Schafgarbe trockne oder Melisse in die Tasse pflücke, bin ich Teil eines Kreislaufs, der größer ist als ich.
Ich glaube, das ist auch der Grund, warum viele Frauen immer wiederkommen, in die Workshops, auf den Hof, in den Hofladen. Es ist nicht nur die Kräuterkunde. Es ist das Gefühl: Hier darf ich einfach sein. Das Teilen der Selfcare. Das Sorgen um sich selbst, im positiven Sinne.
Selfcare ohne Druck
Was ich immer wieder betonen möchte: Selfcare ist kein weiterer Punkt auf der To-do-Liste. Kein Kurs, den man absolvieren muss. Es ist keine Yoga-Stunde. Kein grüner Smoothie. Für mich ist Selfcare das genaue Gegenteil von Druck: Es ist die Erlaubnis, einfach zu sein.
Manchmal ist das ein langer Waldspaziergang. Manchmal zehn Minuten am Stövchen. Manchmal drei Sätze in ein Heft. Manchmal ist es nur das Fenster aufmachen und tief durchatmen.
Was brauchst du für Selfcare? Nicht viel.
Kräuter aus dem Garten oder dem Hofladen. Ein einfaches Stövchen. Ein Schreibheft. Gute Schuhe für den Wald. Und die Bereitschaft, dir selbst gegenüber gnädig zu sein.
Wenn du mehr über Kräuter, Rituale und das Schreiben als Weg zu dir selbst erfahren möchtest, schau im Kräuterlei-Blog vorbei oder meld dich für den Newsletter an. Ich schreibe dort regelmäßig über genau das: ein bewusstes, verwurzeltes, sanftes Leben mit dem, was die Natur uns gibt. Du bist herzlich willkommen. Genau so, wie du bist.
Was heißt Selfcare für dich? Schreib es mir gern im Kommentar.
Als Inspiration für den Beitrag diente der Aufruf von Rani zur Blogparade „Was ist Selfcare für dich?„. Auf ihrem Blog findet ihr auch ganz wunderbare Gedanken und Inspirationen rund ums Thema Selbstfürsorge.
Weitere Inspirationen rund um Selfcare
- E-Book: Fasten und Kreatives Schreiben
- E-Book: Zurück zur Natur
- E-Book: Wiesenapotheke für Mamas
- 7-Tage-Nature-Writing-Challenge
- Flow & Freude Ikigai Schreibkurs
Kräuterwissen, Schreibimpulse & Kongress-Termine direkt in dein Postfach
Foto: Petra Nestelbacher