Mamas Wald- und Wiesenapotheke: Praktische Kräutertipps für den Familienalltag

Einblicke in Mamas Wald- und Wiesenapotheke von und mit Zwillingsmama und Kräuterpädagogin Karina.

Für meinen Online-Kräuter-Kreativ-Kongress habe ich mit Karina ein Interview über Erfahrungen als Zwillingsmama und Kräuterpädagogin geführt. In diesem Beitrag teile ich die inspirierenden Gedanken und praktischen Erfahrungswerte aus meinem Interview mit Karina. Sie hat für ihre Kinder und Familie eine einzigartige Wald- und Wiesenapotheke aufgebaut. Gemeinsam möchten wir dir zeigen: Kräuterwissen lohnt sich – für dich, deine Kinder, gemeinsam als Familie. Ihr Ziel: Dir Mut zu machen, deine eigene kleine Hausapotheke neu zu entdecken, dich auf dein Bauchgefühl zu verlassen und die Freude an Kräutern neu zu entfachen.

Karina Djelassi-Tscheck, Kräuterpädagogin & Zwillingsmama
Karina Djelassi-Tscheck, Kräuterpädagogin & Zwillingsmama

Wie hast du begonnen mit Kräutern zu arbeiten?

Karina: Der erste Schritt war oft eine Herausforderung: Die Kinder werden krank, die typischen Wehwehchen tauchen auf – und plötzlich steht man vor der Entscheidung, wie soll man helfen? Karina erzählte mir, dass sie von Anfang an eine Kinderärztin an ihrer Seite hatte, die naturheilkundliche Methoden unterstützte und auch homöopathische Begleitung vorschlug. So konnte sie schon früh ihren Zwillingen bei kleineren Beschwerden pflanzliche Mittel anbieten und beobachten, wie gut diese gerade bei Babys wirken. Ein starkes Argument – das ich immer wieder selbst bestätige: Kinder sind neugierig und offen für Neues. Sie nehmen Kräuter, Rituale, Wickel, Tees und Düfte oft viel natürlicher an als wir Erwachsene. Es entsteht eine gesunde Basis für starke Abwehrkräfte und ein bewusster Umgang mit Heilmitteln.

Welche Hausmittel setzt du bei Kindern und als Mama ein?

Karina: Wenn du selbst einmal ausprobiert hast mit Kräutern und Hausmitteln zu arbeiten, wirst du schnell feststellen: Jeder Familienalltag bringt eigene Routinen mit sich. Karina hebt besonders folgende Anwendungen hervor:

  • Tees – vor allem Kamille und Thymian: Leicht zu machen, unterstützen sowohl bei Erkältungen als auch bei Bauchweh. Kamille beruhigt, Thymian löst Schleim und wirkt als Tee wunderbar bei Husten.
  • Wickel: Ein altes, aber extrem wirksames Hausmittel. Dabei muss man immer auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder achten: Nicht jedes Kind mag das Gefühl oder hat genug Geduld. Wichtig ist, auszuprobieren, was passt!
  • Engelwurz-Balsam: Ein Geheimtipp für kleinere und größere Kinder bei verstopfter Nase. Auf die Nasenflügel, den Rücken oder besonders die Fußsohlen aufgetragen, kann er seine sanfte Kraft über die Haut entfalten. Und: Gerade das abendliche Einmassieren wird zum schönen Ritual.

Das alles zeigt: Pflanzliche Hausmittel stärken nicht nur den Körper, sondern auch das Miteinander in der Familie. Für mich gehört ein sorgfältig zusammengestelltes Kräuterregal deswegen zur Grundausstattung in jedem Elternhaushalt.

Wie bereite ich Kräutertees richtig zu?

Karina: Machst du den Tee im Topf oder Wasserkocher? Meine Methode ist klassisch und zeitsparend – schnell das Wasser aufkochen, Kräuter frisch vom Garten oder aus dem Beutel in die Tasse, aufgießen, ziehen lassen. Honig gebe ich bei kleinen Kindern erst ab dem zweiten Lebensjahr dazu (wegen des unreifen Darms und möglicher Keime). Meine Jungs trinken Kräutertee schon zum Frühstück. Es geht also – wenn man von Anfang an dranbleibt!

Was darf in keiner Hausmittelapotheke fehlen?

Karina: Schließe ich die Augen und denke an meine Kräuterlade, dann sehe ich eine bunte Mischung:

  • Lavendel (beruhigend)
  • Johanniskraut (stärkend für die Nerven)
  • Käsepappel/Malve (hilft bei Husten und Magenbeschwerden)
  • Eibisch (beruhigt mit Schleimstoffen)
  • Kamille und Pfefferminze
  • und als besonderen Schatz: griechische Kräuter wie der Bergkräutertee

Wie gelingt ein richtig guter Lavendelsirup?

Karina: Ein Highlight nicht nur in meiner Küche, sondern für die ganze Familie! Lavendelsirup ist schnell gekocht, hält sich wunderbar und bringt eine besondere, fast pinke Farbe auf den Tisch. Mein Rezept teile ich gern mit euch.

Was muss man beim Wildkräutersammeln beachten – vor allem mit Kindern?

Karina: Hier gilt höchste Vorsicht und Verantwortung! Bevor du losziehst: Bestimme Kräuter immer ganz genau – nutze gute Bücher und Apps nur als Unterstützung. Für Kinder eignen sich einfache und eindeutig erkennbare Pflanzen wie:

  • Gänseblümchen
  • Löwenzahn
  • Klee

Bei Kräutern wie Schafgarbe besteht Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldenblütlern! Pflücke nur, was du zu 100 % kennst. Achte auf saubere Standorte; meide Hundespazierwege und Straßenränder. Zeige Kindern, dass sie achtsam sammeln, sich Zeit lassen und Ressourcen schonen – nur so viel nehmen, wie wirklich gebraucht wird.

Was gibt dir die Arbeit mit Kräutern als Mama und für deine Kinder?

Karina: Für mich und viele andere Mütter ist das Kräuterwissen vor allem eins: Eine Einladung, sich mit sich selbst zu beschäftigen und in Verbindung mit der Natur zu treten. Karina erzählte treffend, dass im eigenen Garten immer wieder Kräuter wachsen, die genau für aktuelle Themen – sei es körperlich oder seelisch – gebraucht werden.

Durch das bewusste Beschäftigen entsteht eine Selbstreflexion: Welche Signale sendet mir mein Körper? Was tut uns als Familie gut? Wir lernen, auf unsere Intuition, unser „zweites Hirn“, zu vertrauen – und wachsen daran.

Tipp für Mamas von Karina

Sei mutig, sei ehrlich mit dir und schau auf dein Bauchgefühl. Ratschläge von außen sind gut, aber du weißt am besten, was deine Familie und du braucht. Hol dir Unterstützung, wenn du sie wirklich brauchst; lass dich nicht von oberflächlichen Meinungen leiten. Fehler zu machen gehört dazu – nur so wächst du. Kräuter, Zeit in und mit der Natur schenken dir und deiner Familie Gelassenheit, Freude und Gesundheit. Und das Wichtigste: Alles wird gut – und wenn nicht, dann probiere es einfach noch einmal!

Kräuterheilkunde ist kein Hexenwerk, sondern eine Einladung zu mehr Achtsamkeit, Freude und Verantwortung im Familienleben. Setze auf sorgfältig ausgewählte Pflanzen, auf Rituale und deine Intuition – und sei dabei liebevoll zu dir selbst und zu deinen Kindern. Genieße die Kraft der Wiese, die Ruhe des Waldes und die wunderbaren kleinen Alltagsmomente, die nur das Mama-Sein schenkt.

Weiterführende Links und Inspirationen

  • Das E-Book „Mamas Wald- und Wiesenapotheke“ von Karina – mit vielen Tipps, Rezepten und Anleitungen findest du HIER
  • Lavendelsirup-Rezept zum Nachmachen HIER
  • Das gesamte Interview zum kostenlosen Kräuter-Kreativ-Onlinekongress gibt es HIER

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