Vegane Naturkosmetik, südamerikanische Pflanzenöle & ein achtsames Ritual: Ich habe mit Schareska von Amo Como Soy gesprochen. Lies rein.
Sonne, Palo Santo, Wärme. Mitten im Sommer sitze vor dem Laptop und mir gegenüber ist Schareska Antequera von Amo Como SoyAmo Como Soy. Ich habe Schareska eingeladen, weil ihre Geschichte und ihre Haltung zur Naturkosmetik beim Kräuter-Kreativ-Kongress zu teilen. Herausgekommen ist ein Gespräch über Herkunft, über Inhaltsstoffe, die ich vorher nicht kannte.
Inhalt
Kurz zusammengefasst
- Vegan ist nicht automatisch Naturkosmetik. Schareska erklärt den Unterschied und wie du Inhaltsstoffe mit einer KI-App schnell prüfen kannst
- Ihre Marke Amo Como Soy verarbeitet seltene südamerikanische Pflanzenöle wie Buriti, Patauá und Sacha Inchi, jedes mit eigener Wirkung auf die Hautbarriere
- Ihr neuestes Projekt: ein Wirkstoff, der die Dopaminbildung der Haut unterstützt. Pflege als bewusster, achtsamer Moment für sich selbst
Von Venezuela nach Deutschland und mitten in eine Neuerfindung
Schareskas Wurzeln liegen in Venezuela, ihre Eltern kommen aus Bolivien. Vor über zehn Jahren gründete sie in Deutschland ihre Marke Amo Como Soy, ein spanischer Name mit Absicht. Sie wollte, erzählt sie, „diese Welt von Südamerika“ nach Europa bringen: die Lebensfreude, die Leichtigkeit, aber auch die Wirkstoffe, die dort seit Generationen bekannt sind.
Der Weg dahin war nicht geplant. Schareska hatte jahrelang in der Kosmetikindustrie gearbeitet, als das Unternehmen, für das sie tätig war, plötzlich verkauft wurde. Sie stand ohne Job da, die Kinder noch klein. „Jetzt oder nie“, sagt sie und genau in diesem Moment wurde aus einem Traum, den sie seit ihrer Kindheit mit sich trug (ihre Mutter führte in Venezuela ein eigenes Kosmetikunternehmen), eine eigene, überschaubare Produktrange: vegane Gesichtspflege, mittlerweile ergänzt um Körperpflege, zwei Deos, ein Parfüm und eine Bodybutter.
Manchmal braucht es keinen perfekten Plan, sondern nur den einen Moment, in dem man „ja“ sagt zu etwas, das eigentlich schon lange in einem schlummert.
Vegan ist nicht gleich Naturkosmetik
„Naturkosmetik“ ist kein geschützter Begriff. Es gibt zwar verschiedene Siegel in Europa (in Österreich anders geregelt als in Deutschland), aber ein Produkt kann durchaus vegan sein und trotzdem konventionelle Wirkstoffe wie Erdölderivate enthalten. Umgekehrt heißt „vegan“ nur, dass keine tierischen Bestandteile enthalten sind, nicht, dass die restliche Rezeptur naturkonform ist.
Schareskas eigene Produkte waren bis vor zwei Jahren zertifiziert, sie hat sich seither bewusst gegen ein Siegel entschieden, nicht, weil sich die Rezeptur geändert hätte, sondern weil die laufende Zertifizierung für kleine Unternehmen finanziell kaum stemmbar ist. Gerade bei seltenen, wild gesammelten südamerikanischen Rohstoffen verlangen Prüfstellen oft Einzelnachweise, die sich schlicht nicht rechnen. Ihre Rezepturen, betont sie, blieben trotzdem naturkosmetikkonform, jederzeit re-zertifizierbar, ohne etwas verändern zu müssen.
Ein praktischer Tipp aus dem Gespräch: Wer bei Inhaltsstoffen unsicher ist, kann mittlerweile eine App mit Kamera-Funktion und KI nutzen, um die INCI-Liste zu fotografieren und einzeln analysieren zu lassen – gerade bei Duftstoffen (natürlich oder synthetisch?) oder Konservierungsstoffen ist das oft aufschlussreicher als das reine Etikett.
Frische statt Ewigkeit: Warum Naturkosmetik anders altert
Ein Thema, das mich als Kräuterpädagogin besonders interessiert hat: Haltbarkeit. Bei konventioneller Kosmetik ist es oft normal, ein Produkt ein bis zwei Jahre nach dem Öffnen zu verwenden. Naturkosmetik tickt anders. Schareska garantiert bei ihren Produkten sechs Monate nach dem Öffnen und empfiehlt, sie kühl zu lagern, idealerweise im Kühlschrank, keinesfalls über 30 Grad.
„Das sind für mich keine Kompromisse“, sagt sie. „Man gewöhnt sich daran.“ Und ich finde: Das passt zu allem, was ich über Wildkräuter und Saisonalität gelernt habe. Frische ist kein Nachteil, sie ist ein Zeichen dafür, dass etwas lebendig ist.

Eine Reise durch den Amazonas
Der eindrücklichste Teil unseres Gesprächs war, als Schareska ihre Rohstoffe zeigte. Ich saß da wie bei einer kleinen botanischen Weltreise:
- Buriti – das Öl einer bis zu 30 Meter hohen Palme aus Brasilien, das man wegen seiner Fülle an Beta-Carotin und Vitamin E auch „Baum des Lebens“ nennt. Es wird aus dem Fruchtfleisch gewonnen und ist von Natur aus tiefrot.
- Patauá – eine unscheinbare, heidelbeerähnliche Palmfrucht, reich an Omega 9, 3 und 6. Sie steckt vor allem in Schareskas regenerierendem Gesichtsöl.
- Cupuaçu-Butter – die „Cousine“ der Kakaobutter, gewonnen aus den Samen einer Steinfrucht. Ihr Trick: Sie schmilzt bereits bei rund 30 Grad und zieht dadurch besonders schnell in die Haut ein.
- Maracujakernöl – reich an Linolsäure (Omega 6), einem Baustein, den unsere Haut nicht selbst herstellen kann, den sie aber dringend für eine intakte Hautbarriere braucht.
- Sacha Inchi – ein sternförmiger Samen aus Peru mit rund 40 Prozent Linolsäureanteil.
- Kahai-Öl – eine Neuentdeckung aus Kolumbien und Venezuela, die manche „das flüssige Öl des Amazonas“ nennen, seit Kurzem in Schareskas neuestem Serum enthalten.
- Palo Santo – bekannt als Räucherholz, liefert aber auch ein ätherisches Öl. Und beim Destillieren entsteht als Nebenprodukt ein Hydrolat, so wie ich es auch von meinen eigenen Pflanzenwässern kenne.
Jedes hat eine eigene Funktion für die Hautbarriere, jedes stammt aus einer Region, jedes trägt eine kleine Geschichte in sich. Genau wie unsere heimischen Wildkräuter, nur eben mit einem Amazonas-Pass.

Der eigentliche Wirkstoff: Achtsamkeit
Gegen Ende des Gesprächs wurde es persönlich. Schareska erzählte von einem neuen Wirkstoff, an dem sie gerade arbeitet, einer, der laut ersten Studien die Dopaminbildung in der Haut unterstützen kann. „Ich wusste vorher selbst nicht, dass unsere Haut Dopamin bilden kann“, sagt sie. Und genau das passt zu dem, was ihr eigentlich am meisten am Herzen liegt: die sogenannte Hauthirnachse, die Verbindung zwischen dem, was wir fühlen, und dem, wie unsere Haut aussieht.
„Wir kennen das doch alle“, sagt sie. „Wenn wir verliebt sind, ist unsere Haut rosig. Bei Stress bekommen wir Pickel.“ Für Schareska ist Gesichtspflege deshalb nie nur eine Frage der Wirkstoffe, sondern ein täglicher, kleiner Akt der Selbstfürsorge. Nicht die Creme im Vorbeigehen auf die Haut klatschen, sondern sich für einen Moment bewusst Zeit nehmen. „Die eine Minute haben wir für uns doch immer“, sagt sie. Es geht nicht nur darum, was wir tun, sondern wie wir es tun. Ob wir hetzen oder ankommen. Ob wir nur konsumieren oder wirklich wahrnehmen.
Falls du neugierig geworden bist auf südamerikanische Pflanzenöle oder auf das Prinzip der achtsamen Pflege: Schareska bietet auf ihrer Website ein kostenloses, rund 30-minütiges Beratungsgespräch an, in dem sie sich deine Haut und deine Fragen ansieht, ganz ohne Verkaufsdruck, wie sie betont. Falls ein Produkt nicht passt, sagt sie das auch. Und beim Kräuter-Kreativ-Kongress könnt ihr sie live erleben.
Gutscheincode und Kräuter-Kreativ-Kongress
Schareska Antequera spricht auch beim Kräuter-Kreativ-Kongress. Du kannst kostenlos dabei sein!
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Ich bin Anita 🌿
Kräuterpädagogin, Buchautorin & Journalistin am Wörthersee. Hier teile ich Kräuterwissen, Schreibimpulse und Naturerlebnisse – für ein Leben, das sich mehr nach dir anfühlt.
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Fotos: Amo Como Soy