5 Pflanzen für deine Forest Therapy am Wörthersee

Forest Therapy am Wörthersee: 5 Pflanzen, die du mit allen Sinnen erleben kannst.

Ein Ast knackt unter meinem Schuh. Moos dämpft den nächsten Schritt fast lautlos. Irgendwo, ganz in der Nähe, riecht es harzig-süß nach Fichte. Ich bleibe stehen. Genau darum geht es bei einer Forest Therapy: nicht wandern, nicht Kilometer sammeln, sondern langsamer werden.

Am Forest Therapy Trail in Schiefling – dem ersten nach ANFT-Standard zertifizierten Waldtherapiepfad Österreichs – begleite ich immer wieder Gäste auf genau diesem Weg. Und jedes Mal sind es dieselben fünf Pflanzen, bei denen die Leute innehalten, die Nase näher ran strecken oder vorsichtig mit dem Finger über ein Blatt streichen.

Ich habe sie hier für dich zusammengefasst, als kleine Einladungen, den Wald mit mehr als nur den Augen wahrzunehmen.

🌿 Kurz zusammengefasst

  • 5 Pflanzen, die sich am Forest Therapy Trail Wörthersee besonders gut mit allen Sinnen erleben lassen
  • Fichte, Moos, Brennnessel, Schafgarbe und Waldsauerklee – jede spricht einen anderen Sinn an
  • Praktische Impulse zum Riechen, Fühlen und Schmecken für deinen nächsten Waldspaziergang

 Was Forest Therapy von einem normalen Waldspaziergang unterscheidet

Forest Therapy, wie sie nach dem internationalen ANFT-Konzept praktiziert wird, lädt dich ein, mit allen Sinnen präsent zu sein: riechen, hören, fühlen, manchmal auch schmecken. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bewusster Aufenthalt im Wald Stress reduzieren und das Immunsystem stärken kann – mehr dazu findest du auch in meinem Beitrag zu Forest Therapy Studien. Pflanzen sind dabei oft die Türöffner. Sie geben dir etwas Konkretes zum Anfassen, wenn der Kopf noch mit der To-do-Liste beschäftigt ist.

Vielleicht magst du diese fünf beim nächsten Waldbesuch selbst aufsuchen – ganz ohne Druck, einfach als kleine Entdeckungstour.

1. Fichte – die Duftbegleiterin

Kaum ein Baum prägt unsere heimischen Wälder so wie die Fichte. Am Trail ist sie oft die Erste, bei der ich Gäste bitte: „Reib ein paar Nadeln zwischen den Fingern und rieche daran.“ Der harzige, frische Duft wirkt fast sofort beruhigend – kein Wunder, die ätherischen Öle der Fichte werden seit jeher mit freier Atmung in Verbindung gebracht. Ihre jungen Triebe im Frühling schmecken zitronig-frisch und stecken voller Vitamin C. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein einziger tiefer Atemzug an einem Fichtenzweig oft mehr bewirkt als fünf Minuten Grübeln am Schreibtisch.

2. Moos – die stille Berührung

Moos wächst dort, wo es ruhig ist – an schattigen Wurzeln, auf alten Steinen, entlang feuchter Wegränder. Es ist eine der ältesten Pflanzenformen überhaupt und speichert ein Vielfaches seines eigenen Gewichts an Wasser. Am Sit Spot auf der Moorwiese unseres Trails lade ich Gäste gerne ein, kurz die Handfläche daraufzulegen. Das leise Nachgeben unter der Hand, die Kühle, die Feuchtigkeit – das ist eine der unmittelbarsten Arten, den Wald zu spüren, ohne ein einziges Wort zu brauchen.

3. Brennnessel – die Pflanze mit Charakter

Die Brennnessel hat keinen guten Ruf – zu Unrecht, wie ich finde. Ja, sie brennt, wenn man sie unachtsam berührt. Aber genau das macht sie zu einer wunderbaren Lehrerin für Achtsamkeit: Wer sie fest von unten anfasst, wird kaum gestochen. Es geht um die richtige Berührung, nicht um Vermeidung. Und ernährungsphysiologisch ist sie ein kleines Kraftpaket – reich an Eisen, Vitaminen und Mineralstoffen. Ich nutze sie am Trail gerne als Gesprächsanlass darüber, wie wir auch im Alltag lernen können, mit Respekt statt Angst an unangenehme Dinge heranzugehen.

4. Schafgarbe – die filigrane Beobachtung

Ihre weiß-rosa Blütendolden und das fein gefiederte Laub machen die Schafgarbe zu einer Pflanze, bei der sich genaues Hinschauen lohnt. Zerreibt man ein Blatt zwischen den Fingern, verströmt es einen herb-würzigen Duft, der Kopfschmerz und Erschöpfung schon seit Generationen begleitet. Sie steht oft am Wegrand, unscheinbar, fast übersehen – bis man sich die Zeit nimmt, wirklich hinzuschauen. Für mich ist sie ein kleines Symbol dafür, wie viel Schönheit sich zeigt, sobald wir langsamer werden.

5. Waldsauerklee – die kleine Überraschung am Boden

Sein herzförmiges, dreiteiliges Blatt erinnert an Kleeblätter, doch geschmacklich hat der Waldsauerklee mit gewöhnlichem Klee nichts zu tun: Ein Blättchen auf der Zunge zerkaut, und sofort spürst du eine erfrischend zitronige Säure. Er wächst gerne im schattigen, moosigen Unterholz – genau dort, wo man am Forest Therapy Trail sowieso innehält. Ich picke mir davon gerne ein Blatt, wenn ich mit Gruppen unterwegs bin – es ist ein kleiner, spielerischer Moment, der oft für ein überraschtes Lächeln sorgt.

Ein kleiner Impuls für dich

Falls du beim nächsten Waldspaziergang Lust hast, dich auf eine dieser fünf Pflanzen einzulassen: Nimm dir fünf Minuten. Kein Ziel, kein Muss. Riech an der Fichte, leg deine Hand aufs Moos, schau der Schafgarbe genau ins Gesicht. Falls dir gerade nicht danach ist – genieße einfach den Weg, so wie er ist.

Wenn du das Ganze lieber begleitet erleben möchtest, findest du alle aktuellen Termine unter Forest Therapy Termine 2026. Und wenn du regelmäßig kleine Naturimpulse wie diesen direkt in dein Postfach bekommen möchtest, schau gerne bei meinem Newsletter vorbei.

Anita Arneitz – Kräuterlei am Wörthersee

Ich bin Anita 🌿

Kräuterpädagogin, Buchautorin & Journalistin am Wörthersee. Hier teile ich Kräuterwissen, Schreibimpulse und Naturerlebnisse – für ein Leben, das sich mehr nach dir anfühlt.

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Hinweis: Ich bin weder Ärztin noch Heilpraktikerin. Alle Angaben beruhen auf eigenen Erfahrungen und guter Recherche und ersetzen keine medizinische Beratung.

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