Selbstständig und energielos? Wie ein Forest Therapy Walk am Wörthersee zeigt, warum Auszeit für Unternehmerinnen zur Stärke werden kann.
Stilles erstaunen. Wie laut der Wald sein kann im positiven Sinne. Zwei Stunden, die sich wie ein Urlaub anfühlen. Es gibt diesen Moment im Forest Therapy Walk, in dem man merkt: Die Schultern sind gesunken. Irgendwann, ohne dass man es bewusst entschieden hat.
Genau das ist passiert, als ich kürzlich mit einer Gruppe selbstständiger Frauen durch meinen Mischwald gegangen bin. Eingeladen hatte „Frauen in der Wirtschaft“ Kärnten im Rahmen ihres Jahresschwerpunkts Frauengesundheit. Und was als Netzwerktreffen gedacht war, wurde zu mehr.
Inhalt
Selbstständig sein heißt: Du bist dein wichtigstes Betriebsmittel
Das klingt nach einem Satz aus einem Business-Podcast. Aber wenn ich ehrlich bin, ist es einer der Sätze, den ich mir selbst manchmal laut sagen muss.
Als Unternehmerin gehört der Kopf zur Arbeit. Wenn er nicht klar ist, wenn die Energie fehlt, wenn der Akku auf Rot steht, dann merkt man das überall. In den Entscheidungen, in den Texten, in den Gesprächen.
Und trotzdem ist Pause oft das Letzte auf der Liste.
Das EU-Leader-Projekt WaldAuszeit hat alles von mir gefordert. 6stellige Beträge. Bürokratie. Überzeugungsarbeit. Hintergrundarbeit. Kaum jemand bekommt mit, wie viele hunderte Stunden hinter all dem stecken. Angefangen vom händischen weg schneiden der Dornen im Wald bis hin zum stundenlangen Teilen und beantworten von Social Media Postings. KI ist ein gutes Werkzeug geworden, aber um alles aus der Hand zu geben, bin zu sehr Kontrollfreak. Mein Business gehört mir. Aber zurück zum Forest Therapy Trail.
Über 500 wissenschaftliche Studien weltweit belegen, was viele von uns schon lange spüren: Wald tut gut. Der Cortisolspiegel, unser wichtigster Stressbiomarker, sinkt messbar, der Blutdruck geht zurück, das Immunsystem stärkt sich. Wie ich dieses Projekt stemme und dabei noch mein Daily Business fahre. Keine Ahnung. Vielleicht weil ich jeden Tag in den Wald gehe. Weil ich mich vom Perfektionismus gelöst habe. Weil ich schnell umsetze. Weil ich liebe was ich tue. Aber zurück zu Frau in der Wirtschaft. Es ist eines meines Lieblingsnetzwerke als Unternehmerin. Deshalb freute es mich umso mehr, Kärntner Unternehmerinnen bei uns begrüßen zu dürfen.
International vernetzt durch den Wald
Der WaldAuszeit-Weg ist einer von über 50 zertifizierten Forest Therapy Trails weltweit und wird durch ein groß angelegte EU-Leader-Projekt in den nächsten zwei Jahren zu einer Wissensdrehscheibe ausgebaut. Bereits vor der Eröffnung konnten Besucher aus Südamerika, den USA und Europa vor Ort begrüßt werden. „Durch die Anbindung an das internationale Netzwerk entstehen für Kärntens Wirtschaft neue Chancen“, ist Initiatorin und Umsetzerin Anita Arneitz überzeugt.
Gemeinsam mit ANFT-Trail-Consultant Barbara Wiegele soll künftig auch das grenzüberschreitende Netzwerk vor allem mit Slowenien, Kroatien und Ungarn stärker ausgebaut werden. „In Kärnten gibt es noch viel Potenzial für ähnliche Wege, die zum Beispiel auch gut von Tourismusbetrieben oder Besitzern von kleineren Waldgrundstücken umgesetzt werden kann“, sagt Wiegele. Das LEADER-geförderte Projekt „WaldAuszeit“ bietet geführte Walks, Self-Guided Walks mit Audioguide sowie Gruppen- und Firmenangebote ganzjährig und bei jedem Wetter.
Regionale Kooperationen
Viele Kärntner Betriebe wirken beim Projekt mit, unter anderem Elke Kaltenhauser von ITEK Verkehrs- und Beschilderungstechnik aus Grafenstein, die eine nachhaltige Beschilderung mit Holz umsetzte: „Als Unternehmen, das sich auf nachhaltige Beschilderungslösungen spezialisiert hat, freuen wir uns besonders über die Zusammenarbeit mit WaldAuszeit. Schilder, die in der Natur eingesetzt werden, sollen nicht nur funktional, sondern auch Teil ihrer Umgebung sein. Mit naturnahen Materialien und durchdachtem Design helfen wir dabei, den Themenwaldweg erlebbar zu machen – für Besucher, die Orientierung suchen, ohne dass die Natur dabei in den Hintergrund tritt“, sagen Elke und Karl Kaltenhauser.
Was bei diesem Vormittag und Nachmittag anders war
Kein Vortrag. Kein Moderationskoffer. Kein Netzwerkbingo. Die Unternehmerinnen kamen in kleinen Gruppen auf den Forest Therapy Trail – Österreichs ersten und bisher einzigen ANFT-zertifizierten Trail. 880 Meter, flach, mitten im alten Mischwald hinter dem Hof. Geleitet von Forest Therapy Guide und ANFT-Trail-Consultant Barbara Wiegele und mir.
Forest Therapy nach den Standards der Association of Nature and Forest Therapy (ANFT) bedeutet: kein Wandern auf Zeit, keine Leistung, keine Erwartungen. Sondern sanfte Einladungen die helfen, anzukommen. Mit allen Sinnen. Ohne Agenda.
Dazu gab es Waldkulinarik zum Probieren mit Kräuterpädagogin Petra Miklautz, und Petra Nestelbacher hat den Vormittag in wunderbaren Naturfotos festgehalten. An Nachmittag rückte Miriam Kaiser mit der Kamera aus.
Die Vernetzung? Die ist einfach entstanden. Ganz ohne Programmpunkt. Im Wald. Im Hofladen. Fast nebenbei.
3 Dinge, die dieser Vormittag gezeigt hat
#1 – Langsamer werden ist produktiv. Wer seinen Kopf regelmäßig leert, trifft klarere Entscheidungen. Der Wald hilft dabei – nachweislich.
#2 – Die besten Verbindungen entstehen offline. Echte Gespräche brauchen keine Visitenkarte. Sie brauchen Raum.
#3 – Kärnten hat etwas, das es sonst nirgends gibt. Österreichs erster ANFT-zertifizierter Forest Therapy Trail – direkt am Wörthersee. Und die Frauen durften ihn als eine der Ersten erleben.
Und für dich?
Wenn du gerade merkst, dass du funktionierst statt lebst, der Trail ist ganzjährig buchbar, bei jedem Wetter, für Einzelpersonen und Gruppen. Aber nur mit Termin.
Alle Termine und Buchungsmöglichkeiten findest du hier: → WaldAuszeit: Forest Therapy Trail
Oder schreib mir direkt: office@anitaarneitz.at
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