Kärntner Autorin Alina Lindermuth: Preisgekrönte Gegenwartsliteratur. Leseprobe aus „Stammzellen“ fürs Literatursackerl – plus Schreibimpulse zum Nachmachen.
Gegenwärtige Literatur, die gesellschaftliche Probleme aufgreift und sie in fiktionale Welten setzt. Das bietet Alina Lindermuth. Die Villacherin wurde 1992 geboren und ging nach dem Schulabschluss nach Indien, im Anschluss folgten Studien der Südasienkunde, BWL und VWL in Wien und Singapur. Ihr Text „Zum Schreien“ (2010) wurde mit dem Bachmann Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Für ihre Romane „Die Wahrscheinlichkeit des Zufalls“ (2020) und „Fremde Federn“ (2023) erhielt sie Preise und Stipendien, u. a. das Reisestipendium des BMKÖS für Sri Lanka, den Bruno-Gironcoli-Förderpreis und den Sonderpreis des Wiener Werkstattpreises. 2025 erschien ihr Roman „Stammzellen“, in dem Menschen zu Bäumen werden, und sie erhielt den Förderpreis des Kulturpreises des Landes Kärnten.
Roman „Stammzellen“ von Alina Lindermuth
Für das Kärntner Literatursackerl stellt sie eine Leseprobe aus ihrem Roman „Stammzellen“ zur Verfügung und kommt auch gerne an Schulen, um mit jungen Schüler:innen zu arbeiten.
Über den Inhalt des Buches: Ronja und Elio teilen ihre Faszination für die Natur, frisch verliebt beginnen sie ein gemeinsames Leben in einer Kleinstadt am Fuße der Alpen. Doch schon bald werden auch sie von einem Phänomen eingeholt, das die Welt seit einigen Jahren in Atem hält: der willkürlichen Entwicklung erwachsener Menschen zu Bäumen.
In ihrem neuen Roman nähert sich Alina Lindermuth einer Zukunftsvision, die gleichzeitig aufrüttelt und tröstet. Wie erleben Betroffene die sogenannte Dendrose und wie gehen ihre Familien damit um? Wie reagiert die Gesellschaft, was bedeutet das Phänomen für Politik, Unternehmen oder auch Krankenhäuser? Allmählich wird klar, dass die bestehenden Risse in der Bevölkerung dadurch immer tiefer werden.
Eine feinfühlige Liebesgeschichte im Zentrum der größten Herausforderung unserer Zeit: Die Autorin denkt angesichts der Klimakrise zu Ende, was geschehen würde, wenn die Natur auf sanfte, aber irreversible Art ihren größten Widersacher zu einem Teil von sich selbst zurückbildet.
Schreibimpulse zum Nachdenken und nach machen
- Dein eigener Ursprung: Schreibe in wenigen Zeilen eine „Entstehungsgeschichte“, nicht der Erde, sondern von dir selbst, einem Ort oder einer Gewohnheit. Womit hat alles angefangen?
- Zeitraffer-Impuls: Beschreibe in maximal 5 Sätzen eine riesige Entwicklung (eine Freundschaft, eine Stadt, eine Pflanze) so, als würde sie sich vor deinen Augen im Zeitraffer abspielen.
- Der Blick aus dem Fenster: Setz dich (real oder in Gedanken) in ein fahrendes Verkehrsmittel. Notiere drei Minuten lang alles, was du siehst, ohne den Stift abzusetzen.
- Erfinde ein Phänomen: Denk dir eine neue, ungewöhnliche „Krankheit“, Mode oder Gewohnheit aus, die die Welt in den letzten Jahren verändert hat. Wie reagieren die Menschen darauf?
- Ein Ort der Geborgenheit: Beschreibe einen Ort aus deiner Kindheit, an dem du dich sicher gefühlt hast, in genau 100 Wörtern.
- Was fesselt dich an der Leseprobe? Was bleibt dir besonders hängen?
