Drei Tage Journaling, Räuchern und Kräutermagie von Sonntag, 3. Jänner 2027 bis Mittwoch, 6. Jänner 2027. Sei dabei!
Inhalt
Schreibretreat in den Rauhnächten
Wacholderrauch. Knisterndes Holz im Ofen. Das leise Kratzen eines Stifts auf Papier.
Draußen ist es um fünf Uhr nachmittags schon dunkel. Ich sitze mit angezogenen Beinen im Lehnstuhl, eine Tasse Tannenwipfeltee in den Händen, und schreibe. Nichts Großes. Ein paar Zeilen über das Jahr, das gerade zu Ende geht.
So beginnen meine Rauhnächte seit vielen Jahren. Heuer möchte ich dieses Gefühl zum ersten Mal mit dir teilen.
Kurz zusammengefasst
- Die Rauhnächte sind eine stille Zeit zum Zurückschauen, Loslassen und Träumen. Perfekt zum Schreiben.
- Beim dreitägigen Schreibretreat „Zwischen den Jahren“ im Hotel Alpenrose verbinden wir Schreiben, Räuchern und Forest Therapy im Winterwald.
- Vier Schreibimpulse für deine Rauhnächte zuhause findest du am Ende des Artikels.
Wie die Rauhnächte zu meiner Schreibzeit wurden
Als Kind stand ich neben der fleckigen Gusseisenpfanne, wenn am Hof geräuchert wurde. Beifuß, Wacholder, ein paar Körnchen Harz. Alles, was Garten und Speis hergaben, landete auf der glühenden Kohle. Ich erinnere mich an tränende Augen vom Rauch. An die Stille in der Stube. Und an das Gefühl, dass in diesen Nächten etwas anders ist als sonst im Jahr.
Das Schreiben kam später dazu. Als Journalistin schreibe ich das ganze Jahr über, meistens gegen die Uhr. In den Rauhnächten schreibe ich ohne Abgabetermin. Nur für mich.
Ehrlich gesagt hat es ein paar Jahre gedauert, bis ich mich getraut habe, wirklich hinzuschauen. Beim ersten Brief an das alte Jahr blieb die Seite lange leer. Ich habe Tee nachgeschenkt, aus dem Fenster geschaut, den Stift wieder hingelegt.
Dann kamen drei Sätze. Dann zwei Seiten. Und irgendwann habe ich bemerkt, wie viel leichter ich danach ins neue Jahr gegangen bin.
Zeit außerhalb der Zeit
Ein Mondjahr hat rund 354 Tage, ein Sonnenjahr 365. Die elf Tage und zwölf Nächte, die dazwischen übrig bleiben, galten früher als Zeit außerhalb der Zeit. Gezählt werden die Rauhnächte meist von der Heiligen Nacht bis zum Dreikönigstag am 6. Jänner.
In diesen Nächten wurde geräuchert, orakelt und genau hingehört. Viele Menschen führten ein Traumtagebuch, weil jeder Traum einen Monat des kommenden Jahres spiegeln sollte. Andere schrieben dreizehn Wünsche auf kleine Zettel und übergaben jede Nacht einen davon dem Feuer.
Schon damals haben die Menschen in dieser Zeit aufgeschrieben, gedeutet und in Worte gefasst. Das Schreiben gehört zu den Rauhnächten wie der Duft von Wacholder.
Die Tage sind kurz, die Abende lang. Der Weihnachtstrubel ist vorbei, die Neujahrsvorsätze sind noch weit weg. Dazwischen öffnet sich ein stiller Raum. Genau in diesem Raum finden Gedanken oft ganz von selbst ihren Weg aufs Papier.
Das Schreibretreat „Zwischen den Jahren“ im Naturhotel Alpenrose
Heuer lade ich dich ein, diese Tage gemeinsam mit mir zu erleben. Drei Tage lang ziehen wir uns ins Hotel Alpenrose zurück. Mit Stift, Heft, Räucherwerk und viel Zeit für dich.
Du brauchst keine Schreiberfahrung. Ein Lieblingsstift und etwas Neugier reichen völlig.
Tag 1: Ankommen und zurückschauen
Du kommst an, stellst den Koffer ab und hältst gleich eine Tasse Winterkräutertee in den Händen. Wir lernen uns kennen, mit einem einzigen Wort, das dein Jahr beschreibt.
Am Abend räuchern wir gemeinsam mit Wacholder, Beifuß und Fichtenharz. Der Rauch steigt langsam auf, und mit ihm wird es ruhig im Raum. Danach schreibst du einen Brief an das alte Jahr. Mit allem, was gehen darf.
Tag 2: Winterwald und Träume
Morgens gehen wir hinaus in den Wald. Du hörst, wie der Schnee von einem Ast rutscht. Du riechst Harz und kalte Erde. Du spürst den gefrorenen Boden unter deinen Sohlen und deinen eigenen Atem als kleine weiße Wolke vor dem Gesicht. Wenn wir zurückkommen, sind die Finger kalt und der Kopf erstaunlich klar. Genau dann greifen wir zum Stift.
Am Nachmittag mischst du in der Kräuterwerkstatt deine eigene Rauhnacht-Räucherung. Am Abend erzähle ich am Kamin alte Sagen aus Kärnten, von der Percht und der wilden Jagd. Vielleicht entsteht daraus dein eigenes kleines Wintermärchen.
Tag 3: Wünschen und aufbrechen
Der letzte Morgen beginnt mit Morgenseiten: drei Seiten, einfach drauflos, ohne nachzudenken. Danach schreibst du deine dreizehn Wünsche für das neue Jahr und nimmst sie mit nach Hause für die restlichen Rauhnächte.
Wer mag, liest in der Abschlussrunde ein paar Zeilen vor. Wer lieber zuhört, ist genauso willkommen.
Warum Waldzeit und Schreiben so gut zusammenpassen
Im Winter wirkt der Wald wie ein leerer Raum. Die Farben sind gedämpft, die Geräusche leise, die Wege oft menschenleer. Diese Reduktion schafft Platz für innere Bilder.
Bei Forest Therapy geht es ums Wahrnehmen. Ohne Ziel, ohne Schrittzähler, ohne Gipfelkreuz. Ich habe oft erlebt, dass Menschen nach einer Waldeinheit Sätze aufschreiben, die sie selbst überraschen. Der Kopf ist leiser geworden, und die Worte fließen leichter.
Falls du neugierig bist, wie sich das anfühlt: Auf meinem Forest Therapy Trail am Wörthersee kannst du das Waldbaden auch zu anderen Jahreszeiten erleben. Alle aktuellen Termine findest du bei den Forest-Therapy-Terminen 2026.
Die Kräuter der Rauhnächte
Beim Retreat begleiten uns heimische Räucherpflanzen. Ein paar davon stelle ich dir hier kurz vor:
- Wacholder duftet harzig und frisch. In Kärnten gehört er seit jeher zu den wichtigsten Räucherpflanzen der Rauhnächte.
- Beifuß riecht würzig und herb. Traditionell wird er zum Loslassen und Abschließen geräuchert.
- Fichtenharz verströmt einen warmen, balsamischen Duft, der an Waldspaziergänge im Winter erinnert.
- Salbei gilt als klassische Reinigungspflanze und passt wunderbar zum Jahreswechsel.
- Schafgarbe begleitet uns sanft und bringt einen Hauch Sommerwiese in die dunkle Jahreszeit.
Wenn du tiefer einsteigen magst, findest du in meinem Beitrag über das Räuchern in den Rauhnächten viele Mischungen und Rituale. Und falls du dein Zuhause vor dem Jahreswechsel klären magst, zeige ich dir in meiner Anleitung zur Hausräucherung Schritt für Schritt, wie es geht.
Vier Schreibimpulse für deine Rauhnächte zuhause
Vielleicht passt ein Retreat heuer nicht in deinen Kalender. Das ist völlig in Ordnung. Diese vier Impulse kannst du ganz einfach mit nach Hause nehmen:
- Ein Wort für dein Jahr. Welches Wort beschreibt das Jahr, das zu Ende geht? Schreib es in die Mitte einer Seite und lass rundherum alles entstehen, was dir dazu einfällt.
- Der Brief an das alte Jahr. Bedanke dich für das, was schön war. Verabschiede dich von dem, was schwer war. Vielleicht magst du den Brief danach verräuchern.
- Das Traumheft neben dem Bett. Leg dir ein kleines Heft auf den Nachttisch und notiere morgens, woran du dich erinnerst. Ein Bild, eine Farbe, ein Gefühl genügen schon.
- Ein Tag in einem Jahr. Beschreib einen ganz gewöhnlichen Tag in deinem Leben, genau ein Jahr von heute. Wo wachst du auf? Was riechst du? Wer ist bei dir?
Mehr Impulse, einen Räucherkalender und viel Platz für deine Gedanken findest du in meinem Rauhnachtjournal.
Auf einen Blick: Schreibretreat in den Rauhnächten
📅 Termin: 3. bis 6. Jänner 2027
📍 Ort: Natuhotel Alpenrose
✨ Leistungen: alle Schreibeinheiten, Ausflug in den Winterwald, Räucherwerkstatt inklusive Material, Rauhnacht-Begleitheft
💶 Preis: 297 Euro pro Person
✉️ Anmeldung: Zur Anmeldung für das Rauhnacht-Schreibretreat
Du kannst entweder nur am Retreat teilnehmen oder gleich direkt im Hotel übernachten. Für die Zimmerbuchung schreib am besten gleich dem Team vom Naturhotel Alpenrose. Sie haben ein tolles Angebot für dich.
Vielleicht sehen wir uns zwischen den Jahren
Falls du spürst, dass dich diese Tage rufen, freue ich mich sehr, dich im Naturhotel Alpenrose zu treffen. Die Plätze sind auf begrenzt.
Und wenn du über neue Termine, Schreibimpulse und Waldzeiten auf dem Laufenden bleiben magst, hol dir gern meinen Kräuterlei-Newsletter.

Ich bin Anita
Kräuterpädagogin, Buchautorin & Journalistin am Wörthersee. Hier teile ich Kräuterwissen, Schreibimpulse und Naturerlebnisse – für ein Leben, das sich mehr nach dir anfühlt.