Wie traditionelle europäische Medizin durch Herbst und Winter helfen kann. Über Schleimhautpflege, Signaturenlehre und alte Hausmittel.
Über 43 Jahre Erfahrung mit traditioneller europäischer Medizin, 380 Hektar biologisch kontrollierte Anbau- und Wildwuchsfläche, mehr als 26 Biobauern und über 120 Menschen, die Pflanzen von Hand ernten: Im Köhle–TEM® Zentrum in Velden am Wörthersee wird die Heiltradition Europas hoch gehalten. Ich konnte einen Blick hinter die Kulissen werfen und erfuhr mehr über alte Hausmittel und die Signaturenlehre.

Inhalt
Kurz zusammengefasst
- Die traditionelle europäische Medizin arbeitet seit über 20.000 Jahren mit einer eigenen Signaturenlehre
- In der Übergangszeit zwischen Herbst und Winter ist die Pflege der Schleimhäute laut Köhle TEM Heilmittelwerke der wichtigste erste Schritt
- Fußbäder, Brustwickel und warme Suppen sind einfache Hausmittel, die zu Hause vorbeugend und akut helfen können
Traditionelle europäische Medizin aus Österreich
Traditionelle europäische Medizin arbeitet mit sieben sogenannten Patiententypen, denen unterschiedliche Pflanzen, Aufbereitungsformen, Mineralien und Metalle zugeordnet werden. Das Prinzip dahinter: „Wie oben, so unten. Wie innen, so außen.” Das erklären mir Dr. med. Tanja Köhle und Günter A. Köhle bei unserem Interview für den Kräuter-Kreativ-Kongress.

„Es geht nicht darum, ein Symptom zu unterdrücken, sondern zu verstehen, woher es kommt – manchmal aus einer Situation, die Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt.“ Dr. med. Tanja Köhle und Günter A. Köhle
Die Signaturenlehre: Sieben Typen, unendlich viele Wege
In der Herstellung der Produkte steckt viel Zeit und Handarbeit. Um aus einer Pflanze wirklich „Körper, Geist und Seele” herauszuholen, reiche weder ein wässriger noch ein alkoholischer Auszug allein. Es brauche ein Dreierprinzip: wässrig-alkoholische Lösung, physikalische Verfahren wie Hydrolate und ätherische Öle, und die Gewinnung über Hitze für Mikronährstoffe. Am Ende werden alle Teile wieder zusammengeführt, ein Prozess, der 18 Monate dauert. Manche mineralischen Aufbereitungen brauchen sogar bis zu 32 Jahre.
„Paracelsus hat gesagt: Willst du den gesamten Menschen heilen, dann verwende auch die gesamte Pflanze und nicht einen Teil”, zitiert Köhle.

Was jetzt, in der Übergangszeit, wirklich hilft
Der praktische Teil unseres Gesprächs hat mich besonders erreicht, weil er so alltagstauglich ist. Die wichtigste Eintrittspforte für Erreger ist demnach der Nasen-Rachen-Raum und der wichtigste Schutz ist eine gut befeuchtete Schleimhaut. Ihr Tipp zum Selbsttest: mit einem Wattestäbchen im Nasenvorhof kreisen. Rutscht es leicht, ist alles gut. Hakt es, ist die Schleimhaut zu trocken.
Für diese Übergangsmonate empfiehlt sie:
• Nasenreflexöl und Kamillerolöl, um die Schleimhäute regelmäßig zu befeuchten• Vitamin C am Vormittag, Zink eher am Abend, getrennt eingenommen
• Bitterstoffe, weil sie basisch wirken und den Körper beim Ausgleichen unterstützen
• Leichte Kost ab dem späten Nachmittag statt schwerer Rohkost, damit der Darm nachts nicht zusätzlich belastet wird

Und wenn es doch erwischt hat?

Dann rät die Medizinerin zu warmen Fußbädern, Ruhe, viel warmem Trinken und bei Husten zu klassischen Brustwickeln, notfalls einfach mit aromatischen Kräutern wie Thymian, Oregano oder Majoran in der Duftlampe. Das Ziel: die Körperkerntemperatur sanft nach oben bringen, damit das Immunsystem optimal arbeiten kann. „Fieber ist kein Feind, Fieber ist ein Freund”, sagt sie, ein Satz, der besonders bei Kindern gilt, deren Immunsystem sich gerade dadurch entwickelt.
Ihre klare Botschaft zu Antibiotika bei viralen Infekten: Finger weg, wenn es nicht wirklich nötig ist. Stattdessen das Immunsystem stärken und dem Körper die Zeit geben, die er braucht.
„Patient kommt vom Wort Patientia – die Geduld. Und die sollten wir der Gesundheit auch geben.”

Selbstverantwortung statt Symptombekämpfung
„Vieles, was meine Gesundheit betrifft, kann ich selbst in die Hand nehmen.” Sie versteht sich weniger als Ärztin, die Symptome bekämpft, sondern als Vermittlerin, die Menschen ein Werkzeug in die Hand gibt, damit sie im entscheidenden Moment selbst handeln können, statt sich abhängig von Medikamenten oder Apparaten zu fühlen. Es ist Wissen, das über Generationen weitergegeben wurde, und das heute wieder an Bedeutung gewinnt.

Buchtipp für den Herbst und den Winter
Alte Hausmittel der Traditionellen Europäischen Medizin mit vielen praktischen Tipps für die kalte Jahreszeit hat Familie Köhle in einem Buch „Der Winter kommt“ zusammengefasst. Mit vielen Bildern werden unterschiedliche Anwendungen, zum Beispiel Wickel, anschaulich erklärt. Ein echter Geheimtipp für alle, die zu Hause selbst mehr für ihre Gesundheit machen möchten. Du kannst dir das Buch direkt über den Onlineshop bestellen.

Ein sanfter Impuls für dich
Vielleicht magst du heute Abend einfach mal deine Nase mit einem Wattestäbchen testen, ganz ohne Erwartung, nur aus Neugier. Falls die Schleimhaut trocken ist, kannst du morgen schon mit einem einfachen Nasenöl gegensteuern. Falls nicht, dann ist auch das eine gute Nachricht, und du kannst dich einfach über einen gesunden Herbst freuen.
Kräuter-Kreativ-Kongress 2026
Dieses Gespräch über traditionelle europäische Medizin ist eines von vielen spannenden Interviews, die ich für den Kräuter-Kreativ-Kongress geführt habe. Wenn dich altes Heilwissen und seine praktische Anwendung im Alltag interessieren, wartet beim Kongress noch viel mehr auf dich.
Traditionell Europäische Medizin für zu Hause
Das Nasenreflexöl, das Lungenkraut-Elixier oder das Primärkomplex-Sortiment kannst du online direkt im Shop bestellen. Ich selbst habe schon meine Signatur bestimmen lassen und weiß daher, welche Produkte für mich besonders geeignet sind.


Ich bin Anita
Kräuterpädagogin, Buchautorin & Journalistin am Wörthersee. Hier teile ich Kräuterwissen, Schreibimpulse und Naturerlebnisse – für ein Leben, das sich mehr nach dir anfühlt.
